Über 115 Jahre TV Darmsheim –
unsere Geschichte im Überblick
Seit der Gründung im Jahr 1908 steht der Turnverein Darmsheim für sportliches Miteinander, Engagement und Zusammenhalt im Ort. Vieles hat sich seitdem verändert – aber unsere Werte sind geblieben. Von den ersten Turnstunden bis zum heutigen vielfältigen Vereinsleben zeigt unser Zeitstrahl die wichtigsten Meilensteine der Vereinsgeschichte. Entdecken Sie, wie sich der TV Darmsheim über Generationen hinweg entwickelt hat.
Einen noch tieferen Einblick bietet unsere Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum –
diese können Sie hier als PDF ansehen.





1908
Darmsheim ist ein Dorf ländlicher Prägung mit 806 Einwohnern. Vor einem Jahr war der Ort von einer großen Brandkatastrophe heimgesucht worden, deren Folgen noch lange nicht überwunden sind. Da tun sich einige tatkräftige junge Männer in der Gemeinde zusammen, um in Darmsheim einen Turnverein zu gründen. Am 19. Juli 1908 beruft man die erste Versammlung im Gasthaus „Hirsch“ ein. Die Vereinsgründung erfolgt offiziell am 22. August. Als Gründer des Vereins ist der damals 19jährige Christian Sautter zu nennen.
Christian Sautter beschreibt die Gründung des Vereins
„Bei der Gründung des Turnvereins Darmsheim sind in dem von mir als dem seinerzeitigen Schriftwart begonnenen Protokoll buch keine genaueren Angaben darüber enthalten, wie es zur Gründung des Vereins kam. Es beginnt lediglich mit dem Satz, dass sich „eine Anzahl junger Leute zusammen geschlossen hätten“, um einen Turnverein zu gründen.
Es ist kein Zufall, dass dabei keine Namen genannt wurden. Bei den damaligen Verhältnissen in der Gemeinde war es im Interesse der Sache geboten, dass diese jungen Leute sich mehr im Hintergrund hielten, um wenigstens nach außen hin älteren Männern den Vortritt zu lassen. Wir waren ja noch nicht einmal volljährig und hatten den Militärdienst noch vor uns. Ich war damals 18 bis 19 Jahre alt und in Stuttgart beschäftigt, wo ich die Woche über bei einem Stuttgarter Verein geturnt habe und über das Wochenende jeweils nach Hause kam. In Stuttgart hat mich nicht nur der Turnbetrieb an sich, sondern auch der damit verbundene Kameradschaftsgeist stark beeinflusst und mir die Anregung dazu gegeben, mich für die Gründung eines Turnvereins in Darmsheim einzusetzen.

Hier habe ich allmählich Freunde für die Turnsache werben können. Zunächst waren es Altersgenossen von mir (siehe Foto) und angrenzende Jahrgänge, nicht zuletzt auch mein im 1. Weltkrieg gefallener Bruder Gottlob, einer der späteren ersten Kranzsieger im Verein.
Es war nicht gerade einfach, die Sache voran zu treiben; mehrmals glaubte ich, aufgeben zu müssen. Begreiflicherweise gab es allerhand Widerstände zu überwinden, welche sich z. B. aus der Tatsache ergaben, dass es in der damals viel kleineren Gemeinde mit vorwiegend bäuerlicher Bevölkerung schon zwei Vereine gab, nämlich den Kriegsverein und den Gesangsverein. Es hieß allgemein, was brauchen wir einen weiteren Verein, das kostet bloß Geld und zum Turnen kommt doch niemand! Wer soll die Geräte und alles was dazu gehört bezahlen?
Es galt nun, diesen teilweise berechtigten Einwänden zu begegnen. Ich trat daher an den damaligen Schultheißen Lutz und einige Gemeinderäte heran und habe bei diesen Männern bei anfänglich ablehnender Haltung schließlich Interesse für die Sache bewirken können. Schultheiß Lutz, welcher mir noch von meiner Schulzeit her gut gesinnt war, hat mir sogar im Voraus versprochen, uns wegen der Turnplatzfrage behilflich zu sein und nötigenfalls auch eine Kollekte zur Beschaffung der Geräte zu genehmigen. Mit dieser durch die versprochene Unterstützung der Gemeinde geschaffenen Rückendeckung war es überhaupt erst möglich, die im Protokollbuch erwähnte erste Versammlung einzuberufen und mit Erfolg zu beschließen. In einer späteren Versammlung wurde dann die Hauskollekte beschlossen, von dem Gemeinderat wie versprochen genehmigt und hatte einen an sehnlichen Erfolg. Es konnten Geräte beschafft und mit dem Turnen begonnen werden. Anfangs haben wir im Freien am Dagersheimer Sträßle und im Vockenwasen, winters im alten Waschhaus geturnt. Ich selbst habe bis
zu meiner Einberufung 1909 mit geturnt. Wenn ich auch nach meiner Militärentlassung aus beruflichen Gründen nicht mehr regelmäßig aktiv beim Verein mitwirken konnte – ich habe damals zusammen mit meinem Bruder Gott lieb noch beim MTV Stuttgart geturnt – so habe ich den Kontakt mit dem Verein, teil weise auch durch meinen jüngeren Bruder, immer aufrecht erhalten können und das Schicksal des Vereins mit Interesse weiter verfolgt.“
(aus dem Jahre 1910)
1909
Anlässlich des Gauturntages am 17. Januar in Schönaich erfolgt die Aufnahme in den Kepplergau. Bei der ersten Weihnachtsfeier werden 500 Lose verkauft, wo rauf die Staatsanwaltschaft Klage wegen unerlaubter Lotterie ausspielung erhebt. Die Klage wird jedoch abgewiesen.
1911
Im Herbst muss man sich um den Fortbestand des Vereins ernsthaft Sorge machen. Als Mitglieder zählt man noch acht Aktive und acht Zöglinge (bis 16 Jahre).
1913
Die drei Darmsheimer Vereine feiern die 100. Wiederkehr der Völkerschlacht bei Leipzig mit einem Höhenfeuer „Auf dem Bühl“ und einer anschließenden Feierstunde im Adlersaal.
7. Januar 1912 - Aus den Protokollen...
„Bei der schon wiederholt vorgenommenen Verlosung bei der Weihnachtsfeier ergab sich ein Problem, weil der Hauptgewinn, die Losnummer 86, zweimal in der Lostrommel enthalten war. Es musste also ein zweiter Hauptgewinn beschafft werden. Die Kosten, ein Betrag von 1,75 Mark, wurden der Einkaufskommission auferlegt.“

1914
Ein besonderer Höhepunkt ist das Gauturnfest in Leonberg am 5. Juli. Der TVD erreicht einen 1. Vereinspreis. Das für den 2. August vorgesehene Gartenfest fällt dem 1. Mobilmachungstag zum Opfer. Dem gewohnten Vereinsleben wird durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges ein jähes Ende bereitet. Das Jugendturnen wird vorläufig weiter betrieben. Am Ende des Krieges hat der TVD 15 Mitglieder als Gefallene zu beklagen, ein Drittel des damaligen Mitgliederstandes.

1919
Auf der ersten Versammlung am 30. März nach dem Ende der Kriegswirren beschließt man, das Vereinsleben wieder aufzunehmen.
Die heimkehrenden Soldaten sind mit den völkischen Grundsätzen der Deutschen Turnerschaft nicht mehr einverstanden. Daher tritt der Turnverein durch Generalversammlungs beschluss vom 26. Oktober dem Schwäbischen Turn- und Spielverband (Würm-Schönbuchgau) bei.
13. Mai 1920 - Aus den Protokollen...
„Preise für Mannschaftswettkämpfe: Die Mittel hierfür sollen durch eine Sammlung bei den hiesigen Jungfrauen aufgebracht werden.“
1921
Der Verein kann am 19. Juni auf dem Festplatz Kodle sein erstes Gauturnfest durchführen.
1923
In den Jahren 1922/23 bauen die Mitglieder des TVD eine für die damaligen Verhältnisse stattliche Turnhalle, die am 13. Mai feierlich eingeweiht wird. Fünf Monate später kann der Kassier des Vereins auf seinen Kassenbericht verzichten, da wegen der Geldentwertung die Kasse leer und sein Bericht überflüssig ist.
1924
Der Ausschuss stellt in der Generalversammlung im Februar folgenden Antrag: „Sämtliche hier wohnhafte Mitglieder unter 20 Jahren sind verpflichtet, an den Turnstunden teilzunehmen, soweit sie körperlich hierzu in der Lage sind. Wer nicht mit turnt, wird als Mitglied gestrichen.“
Im Juli kommt es zur Gründung einer Damenriege.

Damen Turnriege 1923/24 oben von links: Berta Butsch, Rosa Sautter, Klara Pflieger, Mathilde Haug, Karl Sautter, Klara Haug, Frida Haug, Emma Maier, Anna Buck. Mitte von links: Lydia Jäger, Elsa Kienle, Emilie Haug, Elisa Sautter, Maria Schlepple. Unten von links: Frida Pflieger, Maria Ziegler, Marta Sautter.
Nachdem auf der Weihnachtsfeier 1923 Schillers Schauspiel „Die Räuber“ mit großem Erfolg aufgeführt wurde, gelangt in diesem Jahr an Weihnachten das Drama „Wilhelm Tell“ zur Aufführung.
26. September 1924 - Aus den Protokollen...
„Mitglieder unter 20 Jahren haben sich am Turnen zu beteiligen. Wer nicht mitturnt, hat doppelte Beiträge zu bezahlen und wer im Monat mehr als einmal unentschuldigt fehlt, hat 10 RPf. Strafe zu entrichten.“
Erinnerungen des Vereinsmitgliedes Rudolf Schäfer an die Zeit im Würm-Schönbuch-Gau
„Der Turnverein weihte 1923 seine Turn- und Festhalle ein. Nun konnten die Vereine verstärkt wichtige Beiträge für das kulturelle Leben am Ort leisten. Das zeigte sich besonders bei den Weihnachts- oder Winterfeiern. Damals, als man noch kein Radio hatte, waren die örtlichen Veranstaltungen eine willkommene Abwechslung vom Alltag.
Für jeden Verein war es Ehrensache, neben seinen speziellen Darbietungen ein Theaterstück aufzuführen. Ich erinnere mich noch sehr gut an die Aufführung des Turnvereins. Es wurden die „Räuber“ von Friedrich Schiller dargeboten. Der Vorstand Jakob Kuhm hatte die Regie und spielte selbst den alten Moor. So war es kein Wunder, dass das Stück mit Begeisterung aufgeführt und auch so aufgenommen wurde. Für die Schuljugend hielten die Vereine ihre Hauptproben am Nachmittag. Diese ließen wir uns nicht entgehen. Wir Schüler haben manche Stelle daraus nachgespielt.
Eine weitere erfolgreiche Aufführung: Wilhelm Tell:

Bei der Turnvereinsfeier war das Geräteturnen als erstes an der Reihe. In den verschiedenen Altersstufen wurden Barren-, Reck und Pferdturnen auf der Bühne vorgeführt. Das Turnen war damals sehr beliebt, und die guten Leistungen wurden mit großem Interesse verfolgt. Dabei denke ich besonders an die Turner Al bert Dreher und die Gebrüder Gann.
Ich kam 1928 zum Turnverein. Die Turnhalle bot damals viele Übungsmöglichkeiten, besonders deshalb, weil die Bühne zeitweise abgebaut wurde. Darunter war ein weicher Bodenbelag aus Holzspänen, der sich sogar zum Weitsprung in der Halle eignete.
Wöchentlich gab es einen Übungsabend. Zuerst mussten wir in Linie antreten und zackig ans Gerät marschieren. Der Barren war für uns viel zu hoch. Der Turnwart musste uns an der Turnhose anfassen und hochheben. Am Reck ging es uns anfangs ähnlich, weil auch hier die Kraft noch fehlte.
Bald mussten wir auf die fünf Übungen zum Jugendturntag des Würm-Schönbuch-Gaus trainieren. Dies waren Barren- und Reckturnen, 75 m-Lauf, Ballweitwurf und Weitsprung.
Unser erster Gaujugendturntag fand in Ostelsheim statt. Wir durften mit dem Lastwagen von Schmied-Dreher hinfahren. Da waren Bänke aufmontiert und die Seitenwände mit Birkenzweigen geschmückt.
In Ostelsheim kam als erstes die Einweisung in ein Privatquartier. Dann ging es auf die Wiesen in Ortsnähe zum Fünfkampf, wo wir als Neulinge unsere ersten Erfahrungen sammeln konnten. Zufrieden und mit einer Urkunde fuhren wir wieder nach Hause. An den folgenden Turntagen haben wir uns stetig verbessert.
Das Kodle war über viele Jahre unser Sport- und Spielplatz. Gleich vorne stand eine Kiefer. Sie war wie ein großer Schirm und mit ihren Ästen auch wie geschaffen als Kleiderständer. Sie wurde auch so genutzt, bis eine Omnibuskarosserie als Umkleidekabine aufgestellt wurde.
Eben auf diesem Platz führte 1932 Wilhelm Sautter (Sattler Wilhelm) das Gausportfest als großes Leichtathletikereignis durch. Das nötige Planieren und Erweitern des Geländes übernahmen die Vereinsmitglieder selbst. Wir Jungen durften beim Einrichten der vielen Disziplinen mithelfen. Die Platzrunde von 320 m, statt der normalen 400 m-Laufbahn, machte das Ausmessen der Bahnen und Markieren mit Sägmehl für die üblichen Lauf strecken von 100m – 500 m zu einer Fleißaufgabe. Die 10.000m wurden übrigens auf der Straße nach Schafhausen gelaufen. Die 100m-Bahn wurde entsprechend der Neigung des Geländes nach abwärts gelegt, so dass sich die Läufer über gute Zeiten freuen konnten. Die Brüder Willy und Otto Mundle waren 100 m-Läufer und ich erinnere mich, dass sie zusammen mit den Metzgern Rudolf Pflieger und Paul Erlenmaier zur Metzgerstaffel im 4 x 100 m-Lauf gehörten.
Zum Kugelstoßen und Diskuswerfen kam noch der Schleuderballweitwurf, der Lieblingssport von
Eugen König und Lehrer Hermann Binder, dazu. Als dann ein Querschläger beim Werfen in Hirschwirts Vesperbude landete, hatte der schwere Ball zum Glück nur Schwartenmagen und Leberkäse getroffen und beides von der Theke befördert. Der kleine Schaden trug zur allgemeinen Belustigung und zur Werbung für ein gutes Vesper bei.
Ernst Krauß hielt die Spitze bei den Mittelstrecken (1.500 m, 3.000 m). Bei schönem Wetter und gutem Besuch war das Sportfest für den Würm-Schönbuch-Gau und für Wilhelm Sautter ein voller Erfolg und ein gelungener Test für das 25jährige Vereinsjubiläum im Jahre 1933.
In dieser Zeit war neben dem Leichtathletiktraining schon der Freizeitsport beliebt. Dafür eignete sich besonders das Faustballspiel. Das Spielfeld war immer vorbereitet und zehn Spieler kamen schnell zusammen. Gleichzeitig war es eine gute Übung für die Faustballturniere des Gaues. Bei großen Turnieren wurde immer auf mehreren Feldern gleichzeitig gespielt. Besonders gerne erinnere ich mich noch an ein Faustballturnier in Merklingen.
Wir durften als Jugendmannschaft unter anderem auch gegen eine Frauenmannschaft aus Stuttgart spielen und gewinnen. Um 1936 wurden wir als Leichtathletikjugend von der Darmsheimer Fußballjugend und deren Trainer Fritz Schmeißer zu einem Fußballspiel herausgefordert. Dabei zeigte sich, dass die geübten Balltechniker uns überlegen waren und gewannen. Es wurde aber auch deutlich, dass das Fußballspielen gegenüber den traditionellen Sportarten immer mehr an Beliebtheit gewann. Das Kodle wurde in den folgenden Jahren zu einem gefürchteten Fußballplatz.“
Juli 1925 - Aus den Protokollen...
„Gauturnfest in Magstadt: Die Freiübungen der Turnerinnen fanden tosenden Beifall. Man sah es dem Frauenturnwart Karl Sautter aber auch an, dass seine Mühe nicht vergebens war, denn die Turnerinnen gehorchten energisch seinem kernigen Kommando.“
1928
Von diesem Jahr an gibt es im Verein neben dem Turnwart noch einen Frauenturnwart und einen Spielwart. Ab diesem Zeitpunkt ist die Turn- und Gymnastikabteilung nicht mehr der Verein, sondern nur noch eine Abteilung.
17. Februar 1929 - Aus den Protokollen...
„Nachfolger von Gottlob Breitling wird Jakob Kuhm: Wenn er auch anfänglich nicht richtig anbeißen wollte, am Ende musste er doch unserem Drängen nachgeben.“

1930
Start an der Turnhalle in Darmsheim des Gau-Waldlaufs im Februar 1930. TVD-Teilnemer von links: Ernst Krauß, Heinrich Haug, Walter Haug, Paul Erlenmaier.
1932
In Darmsheim richtet man am 12. Juni das Gausportfest aus. Für dieses einmalige Ereignis wird der Sportplatz Kodle in über 1.000 freiwilligen Arbeitsstunden neu gerichtet.
Foto: Festzug des Gausportfestes in Darmsheim, Widdumstraße.

Juli 1933 - Aus den Protokollen...
„Paul Sautter und Alfred Sautter übernehmen die Festdamenfrage. Die Servierfräulein sollen auch gleich geregelt werden.“
1933
Der unpolitische Schwäbische Sport- und Spielverband schließt sich der Deutschen Turnerschaft an. Das Eigentum des Verbandes ist damit gesichert und somit auch das Eigentum des Darmsheimer Turnvereins. Aber auch die Deutsche Turnerschaft verliert ihre Selbstständigkeit an den im Zuge der Zeit gegründete „Reichsbund für Leibesübung.“
Foto: Faustballmannschaft 1933

Am 13. August findet das 25jährige Jubiläum statt, verbunden mit der Fahnenweihe und einem großen Turn- und Sportfest. Nach dem gelungenen Jubiläumsfest wird der Verein durch die herrschende Partei gleichgeschaltet. Der Hitlerjugendführer wird zugleich Jugendwart. Die Ortsgruppe der NSDAP beansprucht die Turnhalle unentgeltlich. Viele Mitglieder sind Mitglieder in Parteiorganisationen geworden, und der Verein verliert seine einstige Bedeutung.

1935
Im Frühjahr trägt der damalige Turn- und Sportwart Wilhelm Sautter der allgemeinen Fußballbegeisterung im Dorf Rechnung und gliedert dem TV eine Fußballabteilung an. 25 junge Männer beginnen in einer Aktiven- und einer Jugendmannschaft dem runden Leder nachzurennen.
Foto: Die 1. aktive Fußballmannschaft des TV Darmsheims im Jahre 1935. Von links: Paul Erlenmaier, Eugen Frank, Wilhelm Sautter, Friedrich Schmid, Fritz Hofmeister, Adolf Glaser, Otto Eisenhardt, Leicht (v. Fa. Baresel), Walter Haug, Schiedsrichter, Ernst Krauß.
1936
Bei der Generalversammlung am 16. Februar kommt es zur offiziellen Gründung der Fußballabteilung.
1937 – 1945
Der Verein steht mit den zum Militär eingezogenen Mitgliedern in guter Verbindung. Es finden noch einige Vereinsmeisterschaften statt. Dann wird der Turnbetrieb 1941 eingestellt. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges zwang wiederum zur Einstellung des Turn- und Sportbetriebes. Die letzte Sportveranstaltung – an welcher Darmsheimer Sportler mit großem Erfolg teilnahmen – waren nach dem Protokollbuch die Vereinsmeisterschaften in Ehningen am 16. September 1941. Dabei liefen die vier Gebrüder Krauß (Adolf, Otto, Paul und Walter) die 4 x 100 m-Staffel in einer ganz hervorragenden Zeit. Überhaupt schnitt Darmsheim gut ab. Es wurde 1. Sieger mit 5.045 Punkten vor Maichingen, Schafhausen und Sindelfingen. Der letzte Eintrag enthält eine Nachricht vom Tode unseres Vereinsmitgliedes Otto Kuhm, der als erster Darmsheimer bei den schweren Kämpfen in Rußland sein Leben lassen musste.
1945
Auf den 2. Dezember werden die Mitglieder des einstigen 1945 Turnvereins zur ersten Versammlung nach dem Krieg einberufen.
1946
Um die Rückerstattung des alten Vereinvermögens zu erreichen, ist die Unbenennung und die Aufstellung einer neuen Vereinssatzung nicht zu umgehen. Das Amt für Vermögenskontrolle akzeptiert den neuen Vereinsnamen „TVD 1946 e. V.“.

1948
August 1948: 1. Kreis- und Sportfest in Sindelfingen
1949
Ein neuer Sportplatz wird in Eigenarbeit auf dem Eichelberg erstellt. Am Ostersonntag wurde das 1. Fußballspiel gegen Klosterreichenbach ausgetragen.
Das Vereinsmitglied Eugen Huber erinnert sich an die Nachkriegszeit.
„Das 100jährige Jubiläum des TV Darmsheim, dem ich in zwischen über 60 Jahre als Mitglied und Ehrenmitglied angehöre, soll für mich Anlass sein, über einen Zeitraum zu berichten, in dem ich dem Verein als aktiver Sportler und auch als Funktionär (Schriftführer und Vorstand) bis zu meinem Umzug nach Dagersheim angehört habe. Meine Mitgliedschaft begann mit der Neugründung des von der Militärregierung aufgelösten Vereins im Jahre 1946.
Es war in den Sommermonaten des Jahres 1945, als die Kriegsteilnehmer so nach und nach aus der Gefangenschaft heimkehrten und fast gleichzeitig einige damals 19jährige Jugendspieler in die Heimat zurückkehren durften. Schon bald stellte sich bei ihnen der Wunsch zum Fußball spielen wieder ein. Unser erstes Freundschaftsspiel fand schon im Herbst 1945 in Schafhausen statt und endete mit einem Unentschieden 2 : 2.
Um jedoch an einem geordneten Spielbetrieb in einer noch zu gründenden Vereinsstaffel teilnehmen zu können, war eine Neugründung des aufgelösten Vereins notwendig. Die hierfür erforderliche Generalversammlung fand im Frühjahr 1946 im Vereinslokal „Adler“ statt. Zum 1. Vorsitzenden wurde der erfahrene Funktionär Paul Krauß sen. gewählt, zum Kassier Adolf Huber und mir wurde das Amt des Schriftführers übertragen. Wenn auch die erste Versammlung glatt über die Bühne ging, so mussten doch noch einige schwere Hürden überwunden werden. Der alte Vereinsname „Turnverein“ wurde von der Militärregierung nicht mehr genehmigt. Der Verein sollte in Sportvereinigung umbenannt werden. Nach längerem Kampf ist es doch gelungen, den bisherigen Vereinsnamen Turnverein“ weiter zu führen, allerdings musste im Vereinsregister ein neues Gründungsjahr (1946 statt 1908) eingetragen werden. Weitere Schwierigkeiten gab es bei der Genehmigung der Vorstandschaft.
Alle gewählten Vorstandsmitglieder mussten einen Fragebogen über deren politische Vergangenheit ausfüllen (das waren in etwa 180 Fragen) und der Militärregierung vorlegen. Ich hatte in dem Fragebogen wahrheitsgemäß angegeben, dass ich in der Hitlerjugend Rottenführer gewesen sei und konnte deswegen das Amt des Schriftführers zuerst nicht übernehmen. Erst nach einer persönlichen Vorsprache wurde ich von dem damaligen Dolmetscher der Militärregierung darauf hin gewiesen, dass für die Amis jeder „Führer“ sofort nach Adolf Hitler käme. Ich müsse dem Gremium erläutern, dass eine sogenannte „Rotte“ nur drei Mann gewesen seien. Erst dann stellte die so genannte Spruchkammer fest, dass ich vom entsprechenden Kontrollratsgesetz „nicht betroffen“ sei und somit konnte der gewählte Vorstand tätig werden.
Nun konnten auch bald die ersten Verbandsspiele mit den Nachbarvereinen Dagersheim, Döffingen, Maichingen, Magstadt, Aidlingen und Schafhausen ausgetragen werden. Nach Abschluss der ersten Verbandsrunde belegten wir trotz einiger knappen Spielergebnisse mit einem Punkt den letzten Tabellenplatz.
Bereits im nächsten Jahr, als wir uns durch weitere Heimkehrer aus der Gefangenschaft und Neubürgern verstärken konnten, lief es besser, und wir konnten bei oft hitzigen Lokalspielen auch ab und zu unseren Nachbarn aus Dagersheim schlagen. Während meiner aktiven Zeit waren unsere größten Erfolge das Erreichen des Pokalendspieles gegen den SV Sillenbuch, dem wir jedoch auf der „Steige“ in Sindelfingen, wo heute das Städtische Krankenhaus steht, deutlich mit 1 : 7 unterlagen.
Ich glaube, es war die dritte Verbandsrunde, als wir die große Chance hatten, die Meisterschaft und damit den Aufstieg in die höhere Klasse zu erreichen. Im entscheidenden Spiel auf eigenem Platz hätte uns ein Unentschieden gegen Unterjettingen gereicht, aber der Dagersheimer Schiedsrichter annullierte unser Ausgleichstor zum 3 : 3 wegen angeblichem Abseits.
Ich will damit nur sagen, dass wir trotz der damaligen widrigen Umstände, auf die ich noch kurz eingehen will, auch Erfolge hatten.
In den ersten Nachkriegsjahren mussten wir unsere Spiele auf dem nur 45 m breiten Sportplatz „Kodle“ austragen, der außerdem ein erhebliches Gefälle aufwies. Als Umkleideraum stand uns eine alte Kastenwagenkarosserie zur Verfügung. Zu den Auswärtsspielen bei den Nachbarvereinen fuhren wir mit dem Fahrrad oder gingen zu Fuß. Als es dann ins Obere Gäu nach Bondorf und Mötzingen ging, fuhren wir mit dem Holzvergaser-LKW eines Herrn Frank aus Böblingen oder mit einem LKW der Firma Schäfer. Für solche Fahrten brauchte man für längere Zeit eine Sonntags-Fahrgenehmigung des Straßenverkehrsamts, den sogenannten „Roten Winkel“ auf das Kennzeichen. Mit Wurstkonserven, die unser Mannschaftskamerad Paul Erlenmeier spendete, war so manches zu erreichen.

1946/47: Fußball-Ausfahrt nach dem Krieg mit einem Holzvergaser-LkW.
Unvergessen ist uns allen die Pfingstfahrt zu einem Freundschafts spiel nach Haubersbronn, die wegen Fahruntüchtigkeit des Fahrers zwei Tage dauerte. Die Nacht wurde im Wirtschaftslokal verbracht und solange es der durch Quittensaft entstandene Alkoholpegel zuließ, vom „Jaköble“ durch Gesangseinlagen wie „Der Pfannenflicker“ und Ähnlichem verkürzt.
An Duschmöglichkeiten war noch lange nicht zu denken. Im Allgemeinen konnte man sich im Vereinslokal um klei den und fand nach dem Spiel manchmal in den Schlachthäu sern einen Zuber mit heißem Wasser vor, in welchem sich die ganze Mannschaft waschen konnte. In Fornsbach war es anders. Wir hatten dort ein Hotel angefahren und mussten uns nach der stattgefunden Dreckschlacht erst im See den gröbsten Schmutz abwaschen, ehe wir uns in der Hotelküche vollends sauber machen durften. Da auch schon zu dieser Zeit die Ansprüche langsam höher geschraubt wurden und sich insbesondere unsere Gastmannschaften immer wieder über die schlechten Platzverhältnisse im „Kodle“ beschwerten, begann der Kampf um einen neuen Sportplatz. Nach längerem Ringen mit den zuständigen Behörden ist es uns schließlich gelungen, die Genehmigung zum Abholzen für den Sportplatz „Eichelberg“ zu erhalten.
Zu erwähnen wäre vielleicht noch, dass einige von uns Fußballspielern auch Leichtathletik betrieben haben, beispielsweise nahmen wir an Veranstaltungen in Herrenberg teil, bei denen Walter Krauß auf Anhieb erster Sieger im Dreikampf wurde. Auch in Sindelfingen, Maichingen, Hildrizhausen und im Kodle fanden Leichtathletikveranstaltungen statt, bei denen wir mit recht gutem Erfolg teilnehmen konnten. Mit dem Weggang unserer besten Leichtathleten zum VfL Sindelfingen konnte sich diese Sportart leider nicht mehr halten.
Mit diesem Rückblick auf die Neugründung des TV’s und die ersten Nachkriegsjahre möchte ich es bewenden lassen. Dem TV Darmsheim herzlichen Glückwunsch zum 100jährigen Bestehen und viel Erfolg für das zweite Jahrhundert!“

1950
Auf der Generalversammlung vom 5. März wird beschlossen, die seit Kriegsende getrennt verwalteten Kassen (Fußball und Vereinskasse) zusammenzulegen, um auf diese Weise zugleich den alten Zwiespalt zwischen Fußballabteilung und Turnverein beizulegen. Die offizielle Einweihung der Sportanlage erfolgt am 16. Juli.

1951
Der Turnverein im Festzug des Liederkranzes.
1952
Nach zweijähriger Bauzeit wird im Sommer das erste Vereinsheim auf dem Eichelberg eingeweiht.
1954
Die Generalversammlung beschließt am 11. Dezember, einen Umbau der Turnhalle durchzuführen und sie in ihrer Breite durch einen Anbau um ca. fünf Meter zu erweitern.

Foto: 1954 auf dem Fußballplatz von links: Alfred Schuhmann, Oswald Kienle, Adolf Binder, Helmut Bauer, Herbert Binder, Günter Kuhm, Werner Krauß.
1956
Der Turnhallenerweiterungsbau wird am 4. Februar eingeweiht. Ein Weg, die hohe Schuldenlast zu tilgen, ist die Durchführung vieler Tanzveranstaltungen. Jeden Samstag, manchmal auch sonn tags, spielten die Bands vor ausverkauftem Haus zum Tanz. Es dauerte sechs Jahre bis das Gebäude schuldenfrei war.
Wie das Turnmädchen Sieglinde Werner in den 50iger Jahren zum Vereinsdiener gewählt wurde.
„Es war die Nachkriegszeit, die Menschen sehnten sich nach Normalität. Es war daher richtig, dass alsbald der Turnbetrieb in der vom Krieg einigermaßen verschont gebliebenen Turnhalle wieder aufgenommen wurde. Da nur der Turnverein in jener Zeit Kinder in seine Reihen aufnahm, war es nur logisch, dass wir Kinder dort Mitglied wurden.
Die materielle Not war groß. Verglichen mit den heutigen Turnhallen war unsere damalige Übungsstätte eine dunkle, dreckige Räumlichkeit. Im Eingangsbereich der Turnhalle, damals in der Karlstraße, war unter der Empore auf der einen Seite die Garderobe und auf der anderen Seite der Schankraum untergebracht. Diese beiden Räume waren geräumt worden und dienten zwei Flüchtlingsfamilien als Wohnung. In der Halle selbst standen für den Turnbetrieb ein Männerbarren, ein Pferd, ein Reck und diverse Matten zur Verfügung. An die Matten erinnere in mich noch gut: die Außenhaut bestand aus grobem Stoff, die Farbe war militärgrün, die Füllung aus Seegras, das an manchen Stellen her aushing. Ein Medizinball, ein keinesfalls rundes, sondern unförmiges Etwas, gehörte auch noch zur Ausstattung.
Geturnt wurde barfuß, Turnschuhe gab’s vor der Währungsreform, zumindest für uns Kinder, noch nicht. Die Mütter zuhause hatten nach dem Turnstundenbesuch ihre „helle Freude“, denn wir kamen, wegen des geölten Bodens mit kohlschwarzen Füßen heim.
Bei den Turnstunden selbst ging’s sehr diszipliniert zu, alle Kinder standen in der Reihe und warteten auf ihren Einsatz. Laut wurde es dann erst bei gemeinsamen Spielen. Die Sindelfinger Turner hatten keine Übungsräumlichkeiten und kamen deshalb zum Training nach Darmsheim.
Höhepunkt im damaligen Vereinsleben waren jedes Jahr die Weihnachtsfeiern. Auch der Liederkranz und der Musikverein hielten ihre Weihnachtsfeiern in der Turnhalle ab. Im Turnverein zeigten die Kinder und Aktiven gymnastische und turnerische Übungen und meist noch eine Pyramide, bevor dann ein wochenlang einstudiertes Theaterstück zur Aufführung kam. Die Halle war stets bis auf den letzten Platz gefüllt, es gab ja noch kein Fernsehen. Kino gab’s nur in der Stadt und somit bildeten diese Feiern eine willkommene Unterhaltung in unserem Dorfleben. Obwohl wir keine optimalen Übungsmöglichkeiten hatten, beteiligte sich der Verein bald an den Gauturnfesten und Gaukinder treffen. Zu den Wettkämpfen fuhren wir mit einem Lastwagen und hatten dabei mindestens genau so viel Spaß wie die heutige Turnerjugend. Wenn ich zurückdenke, glaube ich, dass ich auch damals nichts vermisst habe. 
Als ich fast 13 Jahre alt war, wurde mir erstmalig eine Aufgabe im Turnverein übertragen. Mein Vater sagte mir am Tag nach einer Ausschusssitzung: „Wir haben dich gestern Abend zum Vereinsdiener bestimmt“. In dem Protokoll der Generalversammlung vom 22. Februar 1953 wurde dieser Vorgang mit den Worten protokolliert: „Vereinsdienerin wurde mit großer Mehrheit und ohne Bedenken die Tochter des im Wirtschaftsbeirat tätigen Wilhelm Widmaier, Sieglinde, gewählt. Es bleibt nur zu hoffen, dass einem willigen Mädchen, auch von Seiten der Mitglieder, einiges Entgegenkommen gezollt wird.“
Meine künftige Aufgabe bestand darin, die Vereinsbeiträge bei den Mitgliedern vierteljährlich zu kassieren, mit einer Marke zu quittieren und anschließend mit dem Vereinskassierer abzurechnen. Jedes Mitglied besaß eine Karte mit vier Quartalsabschnitten, in welche die erworbene Marke im Werte von 90 Pfennigen geklebt werden musste.
Bei dieser Arbeit konnte man so manches erleben und verschieden artige Menschen kennenlernen. Die meisten haben bereitwillig den Beitrag bezahlt, und manches Mal bekam ich noch einen Apfel oder ein Bonbon geschenkt. Es gab aber auch Familien bei denen ich mehrmals vorstellig wurde, weil ich den Beitrag nur kassieren konnte, wenn der Mann zuhause war. Manche Mutter sagte betreffs ihres erwachsenen Sohnes: „Do kommsch besser, wenn der selber do isch. Wenn i dir des Geld jetzt geb, kriag i des sicher nemme.“ Besuche im Hause Höschele wurden einige Male zur kleinen Geschichtsstunde. Ich erinnere mich noch, dass Herr Höschele einmal beim Verabschieden fragte: „Weißt du noch, wann der 70er Krieg war?“ Ein andermal diskutierten wir über die Bedeutung und die Herkunft des Wortes „Quartal“. Diese Besuche waren auf jeden Fall immer lehrreich.
Nach Beendigung der Schulzeit habe ich die Kleinsten des Kinderturnens übernommen (heute schon aus rechtlicher Sicht nicht mehr möglich) und alsbald auch an den Ausschusssitzungen teilgenommen. Diese Sitzungen wurden in der Regel im Nebenzimmer der Gaststätten „Adler“ oder „Hirsch“ abgehalten. Der Verein war in den 50er Jahren noch nicht nach Abteilungen aufgegliedert, so dass auch Themen, die heute in den Abteilungs ausschüssen abgehandelt werden, im Hauptausschuss zur Sprache kamen.
Entsprechend lang waren die Sitzungen, und einige Male kam meine Mutter zu vorgerückter Stunde und holte mich nach Hause. Sie war in Sorge, dass ich am nächsten Morgen nicht ausgeschlafen zur Arbeit gehen könnte, denn ich war ja noch ein minderjähriger Lehrling.
Sindelfinger Turnerinnen leisteten in diesen Jahren bei den Darmsheimern Aufbauhilfe. Sie haben mit uns trainiert und uns mit den Mitte der 50er Jahre geforderten Übungen vertraut gemacht.
Das Barrenturnen änderte sich, bei den Mädchen wurde nun ein Holm höher gestellt, der Stufenbarren war geboren, mit den heutigen Geräten natürlich nicht vergleichbar, und den Schwebebalken kannten wir überhaupt noch nicht.
Viele dieser damaligen Turnmädchen bildeten später die Frauen gymnastikgruppe, und einige von ihnen sind bis heute noch aktiv.“
1958
Die Feierlichkeiten zum 50jährigen Vereinsjubiläum erstreckten sich vom 7. bis zum 9. Juni. Um ein Festzelt für etwa 1.000 Besucher aufstellen zu können, muss ein weiteres Stück Wald beim Vereinsheim abgeholzt werden.

Fotos: Festzug durch Darmsheim in Richtung Eichelberg. Unten: Bunte Wiese vor Klubhaus und Festzelt auf dem Eichelberg.

1961
Das Sportgelände erhält einen Wasseranschluss, aber erst 1973 gewährleistet die Stadt eine Vollversorgung mit Wasser.
1966
Es erfolgt ein zwei Jahre dauernder Ausbau des Vereinsheimes mit Umkleidekabinen, Duschen und Toiletten.
1968
Beim 60jährigen Jubiläum vom 12. – 15. Juli sind die Außenanlagen fertiggestellt und das neue Vereinsheim wird offiziell eingeweiht. Ab dem 20. Juni erhält der TV die am nördlichen Waldrand grenzende Wiese, vormals Albert Elsenhans gehörend, zur Benutzung als Trainingsfläche.
1969
Im November wird die Stromversorgung auf dem Eichelberg durch den Anschluss an das Netz gesichert.
1971
Die Eingemeindung: Darmsheim gehört seit dem 1. September zur Stadt Sindelfingen.

1972
Im Dezember wird die Volleyballabteilung gegründet. Sie tritt zuerst am Ort wenig in Erscheinung, weil keine geeignete Halle zur Verfügung steht. Die Heimspiele werden in Sindelfingen ausgetragen.
Foto: 1. Herrenmannschaft; oben von links: Michael Tietze, Thomas Kuhm, Gerhard Müller, Wolfgang Reichert, Martin Vrabel. Untern von links: Hans-Jörg Schwämmle, Stefan Groß, Werner Mai, Wolfgang Klotz.
1973
Vom 7. – 15. Juli wird im Rahmen einer Festwoche der neu angelegte Hartplatz eingeweiht. Mit dem Kaufvertrag vom 25. September erwirbt die Stadt die vereinseigene Turnhalle.

Foto: Einweihnung des Hartplatzes mit einem Prominentenspiel Stadtrat gegen Verwaltung.
1974
Eine neue Satzung wird einstimmig angenommen. Als der Gemeinderat der Stadt Sindelfingen am 7. September beschließt, im Stadtteil Darmsheim vier Tennisplätze zu bauen (2 Plätze 1975, 2 weitere 1976), wird auf der Generalversammlung am 11. Oktober die Gründung einer Tennisabteilung einstimmig befürwortet. Die eigentliche Gründungsversammlung findet dann am 14. Februar 1975 im Vereinsheim statt. Einen Monat vor Eröffnung des Hallenbades am 11. Oktober stimmt die Generalversammlung einstimmig der Gründung einer Schwimmabteilung zu.
Im Dezember wird der Architekt G. Maute beauftragt, die Planung einer Vereinsheimerweiterung bis zur schlüsselfertigen Übergabe zu übernehmen. Schwerpunkte des umfangreichen Raumprogramms sollen u. a. die Schaffung von vier Umkleideräumen mit Duschen, die Erstellung von Geräteräumen und der Ausbau einer modernen Küche sein.
1975
Die Abteilungen werden zum 1. Januar selbstständig mit eigener Kassenführung. Vom 14. – 16. Juni begeht die Fußballabteilung ihr 40jähriges Jubiläum.
Nach der Gründung eines Bauausschusses wird im Juli das Bau gesuch für die Erweiterung des Sportheimes abgegeben. Der Hauptausschuss stimmt am 14. November der Aufstellung einer Baracke zwischen den Tennisplätzen und dem Rasenplatz zu. Sie soll als Geräte- und Schutzhütte für die Tennisabteilung dienen.
Am 1. Dezember wird die Ehrenordnung verabschiedet.
Von 1975 – 1979 schafft die Stadt sukzessive 175 Parkplätze auf dem Eichelberg.

Foto: Die erste Tennis-Abteilungsleitung.
1976
Am 12. Juni wird der Rasenplatz nach einer Renovierung wieder frei gegeben.
Der Hauptausschuss stimmt am 8. November einem Mietvertrag zwischen Verein und Stadt zu, obwohl der TV lieber einen Pachtvertrag abgeschlossen hätte.
Die „alte Turnhalle“ – ein Beispiel für Eigeninitiative und Opferbereitschaft
„Da nach der Gründung des Vereines keine geeigneten Turnräume zur Verfügung standen, wurden die Turnübungen im Freien abgehalten und zwar am Dagersheimer Sträßle und im Vockenwasen. In der kälteren Jahreszeit hielten die Turner ihre Übungen im alten Waschhaus ab.“
Ist es da nicht selbstverständlich, dass die Sportler sich eine eigene Turnhalle wünschten? Aber es dauerte noch viele Jahre bis der Bau der lang ersehnten Turnhalle Gestalt annahm. Anfang der Zwanzigerjahre kam aus Amerika ein unerwartetes Angebot. Der Darmsheimer Georg Mundle, inzwischen Farmer in den Staaten, bot sich als Geldgeber an. Er offerierte ein unverzinsliches Darlehen in wertbeständigen Dollars. Als Baugrundstück stellte die Gemeinde einen 4,87 Ar großen Platz im Vockenwasen sowie das Material zur Umzäunung dieses Platzes zur Verfügung. Darüber hinaus gewährte sie einen Barbetrag von 25.000 Mark. Diese Leistungen der Gemeinde wurden auf 3.000 Goldmark veranschlagt. Für die dem Turnverein entstandenen Schulden in Höhe von 585 Dollar übernahm die Gemeinde die Bürgschaft bis zum Ablauf des Jahres 1930. Das Ausgraben des Fundaments und das Betonieren des Sockels wurden in Eigenarbeit ausgeführt.
Am 12. Juni 1922 konnte Richtfest gefeiert werden und am 13. Mai 1923 wurde die Halle eingeweiht. An diesem Tag versammelten sich die Mitglieder in dem Vereinslokal „Adler“ und marschierten, angeführt vom hiesigen Musikverein, zu ihrer neuen Halle. Mit Ansprachen des Vorstandes Gottlob Breitling und des Schultheißen Braun wurde die Halle ihrer Bestimmung übergeben. Der gesamte Bauausschuss und der hilfreiche Geldgeber, Georg Mundle, wurden in Anerkennung ihrer Verdienste zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Erbaut 1922/23: Die ersteTurnhalle des Vereins.
Düstere Zeiten erlebte die Halle im 2. Weltkrieg. Die ersten französischen Kriegsgefangenen waren nach Darmsheim gekommen, und da niemand so richtig wusste wohin mit ihnen, wurden sie in der Turnhalle untergebracht. Plötzlich war es aus mit sportlichen Veranstaltungen. Stattdessen bullerte jetzt ein Ofen mitten im Raum, Holz wurde auf dem Fußboden gehackt. Und wenn die Franzosen nicht im Steinbruch Schäfer oder bei den umliegenden Bauern arbeiteten, war die Turnhalle ihr Zuhause.
Am Ostermontag 1945 wurde die Turnhalle von Tieffliegern unter Beschuss genommen und stark beschädigt. Kaum war der Krieg vorbei, funktionierte man das Gebäude in ein Flüchtlingslager um.
Nicht etwa, dass sich keiner in den folgenden Jahren um die Turnhalle gekümmert hätte. Die Mitglieder des Turnvereins reparierten und flickten, aber
schließlich half auch das nichts mehr. Im Dezember 1954 beschlossen die Mitglieder, die Halle zu renovieren. Durch einen Anbau sollte sie um fünf Meter erweitert wer den. Und jetzt zeigte es sich, wie sehr den Darmsheimern das Gebäude am Herzen lag. Die Vereinsmitglieder spendeten 7.000 DM, Haussammlungen ergaben 700 DM. Was in der Vereinskasse war, wurde in den Bau investiert. 9.000 Arbeitsstunden steckten die Sportler und ihre Helfer in die Renovierung. Nach Feierabend wurden die Fliesen in der Turnhalle verlegt. Bis morgens um drei liefen die Maschinen in der Schreinerei, um das Bauholz zu richten, das die Gemeinde spendiert hatte. Bei allem Engagement aber standen unterm Strich Bau kosten in Höhe von 56.000 DM. Als im Februar 1956 das Gebäude eingeweiht wurde, war das Loch in der Vereinskasse für einen Moment vergessen. Doch der große Schuldenberg zwang die Mitglieder, das Geld wieder rein zu bekommen. Jeden Samstag, manchmal auch sonntags, spielten die Bands vor ausverkauftem Hause zum Tanze auf. Das Geschäft lief gut, trotzdem dauerte es sechs Jahre, bis das Gebäude schließlich schuldenfrei war.
Mit den Jahren aber zeigte die Turnhalle immer neue Schwachstellen. Einmal war es die Ofenheizung, die erneuert werden musste, dann wieder standen abwechselnd kleinere und größere Reparaturen an. So entschloss sich der Verein 1972 ihre jahrelang gepflegte und gehegte Turnhalle für 120.000 DM an die Stadt Sindelfingen zu verkaufen.

1976: Der Wirtschaftsausschuss von links: Erich Seitter, Eugen Kuhm, Inge Kuhm, Peter Zimmer.
Und wieder waren die Handwerker darin zu Gange. Die Bühne hatte sich gesenkt, der Boden musste ausgebessert werden. Ein Flickwerk begann, dessen Ende nicht abzusehen war. Daher sollte ab März 1986 eine Generalüberholung der alten Dame in Angriff genommen werden. Für 1,1 Millionen DM – diesmal aus der Stadtkasse – wurden die Risse in den Wänden gestopft, Stahlbeton – stützen an der Südseite sollten die nötige Standfestigkeit geben, Wärmedämmung, Heizung und neue Sanitäranlagen ergaben eine wesentliche Verbesserung.
Heute ist die „Turn- und Festhalle“ ein Mittelpunkt des Gemeindelebens: Feste, Übungsabende, Theater, Konzerte usw. Der Terminkalender ist voll, und die Veranstalter geben sich die Türklinke in die Hand.

1978
Am 5. und 6. August erfolgt die Einweihung des nun sehr funktionalen Erweiterungsbaues des Sportheimes mit sportlichen Veranstaltungen, kleinem Stehempfang und offizieller Übergabe. Dabei wird das Engagement vieler Vereinsmitglieder, Geschäftsleute, Handwerker, der Darmsheimer Bank, des Architekten und der Stadt Sindelfingen besonders gewürdigt.
Das Gelände um das Sportheim wird um einen Kinderspielplatz, einen Grillplatz und einen Übungsplatz mit Kunststoffbelag bereichert.

1979
Im Vereinsheim baut man die Umkleide- und Duschräume der Fußballer für die Tennisspieler um.
Man gestaltet den Schotterplatz zwischen Rasenplatz und Hartplatz neu. Es entsteht eine Rasenfläche mit einer Hundertmeterbahn und einer Wurf- und Sprunganlage.
Die Stadt Sindelfingen plant in Darmsheim das Festgelände „Löchle“ und ermöglicht somit einen ordentlichen Kanalanschluss des Sportgeländes.
1980
Auf der Generalversammlung am 29. Februar entsteht aus der Freizeitsportgruppe eine eigene Abteilung „Volkswandern“. Die Aufnahme in den IVV wird beantragt.
Ab der Saison 1980/81 nimmt eine Fußball-Damenmannschaft am offiziellen Spielbetrieb teil. Wilhelm Widmaier wird am 6. Oktober zu Grabe getragen. Mehr als 30 Jahre lang stellte er seine handwerklichen Fähigkeiten und seine soziale Kompetenz in den Dienst des Vereins. Ihm zu Ehren belegten die Sportler das neue Vereinsheim bei der Einweihung 1978 mit dem Namen „Wilhelmsbau“.
Am 1. Advent trifft man sich zum ersten Mal im Klubheim zu einem gemütlichen Beisammensein für Senioren im Alter ab 55 Jahren, später erhöhte man das Mindestalter auf 60 Jahre.
1981
Am 21. und 22. Februar findet der 1. Internationale Volkswandertag statt.
Zwei weitere Tennisplätze werden am 20. August eingeweiht.
1982
In der Nacht vom 17. zum 18. April wird die Tennishütte ein Raub der Flammen.
Am 20. April trifft sich die Koronarsportgruppe zum ersten Übungsabend.
Der TV beteiligt sich am 25jährigen Jubiläum der Arbeitsgemeinschaft Sindelfinger Vereine mit einigen Programmpunkten und mit Hilfestellung bei der Bewirtschaftung.
Zum 10jährigen Bestehen schaffen die „Volleyball-Studenten“ den Aufstieg in die Landesliga.
Bei der Einweihung der Tiefgarage im Dezember ist der Verein mit einem Stand – Backhausbrot mit Schmalz – dabei.
Für die Saison 1982/83 meldet die Schwimmabteilung eine Wasserballmannschaft für die Verbandsrunde.

1983
Foto: Wandertag 1983
Im April erfolgt der Baubeginn des neuen Tennisheimes. 2.700 freiwillig geleistete Arbeitsstunden sorgen unter anderem dafür, dass der Bau schuldenfrei erstellt werden kann.
Das Gemeindeblatt am 19. Mai: „Mitgliederkartei wird auf EDV umgestellt. Die Jahresbeiträge des Hauptvereins und aller Abteilungen werden mit Hilfe von EDV durch die Darmsheimer Bank eingezogen.“
Der Verein feiert das 75jährige Jubiläum mit einer Sportwoche vom 25. Juni – 2. Juli auf dem Eichelberg und vom 2. – 5. Juli mit verschiedenen Veranstaltungen im Festzelt.
Der Chronist vermerkt, dass es ein sehr harmonisches Fest, und die Beteiligung der Darmsheimer Bürger äußerst rege war. Der Gemeinderat beschließt am 20. September die Gewährung eines Geschäftsbesorgungsbeitrages an Sport treibende Vereine, soweit sie mehr als 1.000 Mitglieder haben.
Das 75jährige Jubiläum 25. Juni – 4. Juli 1983
Bei der Rückbesinnung auf das Jubiläum war man im Hauptausschuss einhellig der Meinung: „Es war ein sehr harmonisches Fest, und die Beteiligung der Darmsheimer Bürger war sehr rege.“ Um die Festlichkeiten nicht ganz sang- und klanglos zu vergessen, arrangierte man in der Darmsheimer Bank eine Fotoausstellung.
1984
Mit Beginn des Jahres stellt der Verein zum ersten Mal eine Bürokraft für die Geschäftsstelle ein.
Die Damenfußballmannschaft wird nach Unstimmigkeiten aufgelöst.
Mit einem Tanz in den Mai kann das neue Klubhaus der Tennisabteilung zur Saisoneröffnung übergeben werden. Es besteht aus einem massiven Anbau im Westen des bestehenden Vereinsheimes und beinhaltet einen Aufenthalts- und einen Sanitätsraum sowie zwei Geräteräume.
1985
Aus der Freizeitsportgruppe Tanzen entsteht auf der Hauptversammlung am 20. März eine eigenständige Tanzsportabteilung. Ab 1977 leiten Marianne und Werner Krauss die Übungsabende im Tanzen. Die ersten Tanzschüler im Vereinsheim sind die Fußball-Betreuer mit ihren Frauen.
Das 10jährige Jubiläum der Tennisabteilung am 6. Juli fällt mehr oder weniger ins Wasser.

Oben von links: Ehepaar Walz, Ehepaar Strom, Ehepaar Gampe. Unten von links: Ehepaar Schneider, Ehepaar Hotz, Ehepaar Kienle, Ehepaar Kuhm, Ehepaar Widmaier, Tanzlehrerin Frau Saib, Ehepaar Krauß, Ehepaar Mager.
1987
Im Juli beginnen die Überlegungen, die Vereinsgaststätte neu zu gestalten. Mit Hilfe eines verbesserten Biervertrages kann im folgenden Jahr ein moderner Gastraum entstehen.
1988
Der Bedarf einer neuen Sporthalle in Darmsheim wird von der Stadt Sindelfingen erkannt. Nach den bisherigen Untersuchungen kann der Standort nur auf dem Eichelberg sein.
Bei der 725-Jahr-Feier der Stadt Sindelfingen unter dem Motto „das Rad der Zeit“ vom 18. – 26. Juni beteiligte sich je eine Gruppe von Gymnastik und Tanzen.
1989
Am 19. September beschließt der Gemeinderat die Aufstellung des Bebauungsplanes „Eichelberg“. Ziel ist die planungsrechtliche Sicherung und Entwicklung der Sportanlagen. 2007 wird der Beschluss wieder aufgehoben.
1990
Am 1. Januar tritt das neue Vereinsfördergesetz in Kraft. Es unterscheidet drei Bereiche: ideeller Bereich, Zweckbetrieb und wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb. Werbeeinnahmen gehören zum letzteren und sind voll zu versteuern. Um für den Verein Steuern zu sparen, wird eine Werbegesellschaft gegründet. Die Aufgabenstellung lautet: “Informationswerbung im Sport“. Damit wird der Umsatz für den Verein reduziert.

1991
Die Radsportler der ersten Stunde von links: Günter Hiller, Wolfgang Höfel, Friedemann Thiel, Josef Vogl, Gerhard Bauer, Alfred Werner, Gerhard Klopfer, Rolf-Dieter Roob, Armin Mornhinweg, Horst Laier, Herbert Wilde, Karl-Heinz Laier.
Die Gründungsversammlung der Radsportabteilung findet am 28. Januar im Gasthof Mammel statt, und auf der Hauptversammlung am 9. März wird die Abteilung einstimmig in den Verein aufgenommen. Damit kann sie das jährliche Radrennen „Rund um den Aibachgrund“ in eigener Regie durchführen.
1992
Die Stadt kürzt die Sportförderung drastisch und streicht den Geschäftsbesorgungsbeitrag.
Die Jugendordnung wird am 21. März in der ordentlichen Jahreshauptversammlung einstimmig angenommen.
Ab diesem Jahr findet die Generalversammlung nur noch alle zwei Jahre statt.
Der Sport erobert den Eichelberg
1952/53: Das erste Klubhaus im Bau.
Unser Sportzentrum auf dem Eichelberg hat eine lange ehrenvolle Vorgeschichte, die von viel freiwilligem, selbstlosem Einsatz, ungezählten Stunden engagierter Vereinsmitglieder und von großzügiger kommunaler Hilfestellung erzählt.
Schon 1936 wurde der Verein auf das Gelände aufmerksam. Der TVD richtete einen Antrag an die Gemeinde mit dem Ziel, auf dem Eichelberg einen Sportplatz anzulegen. Bürgermeister Bellon hatte jedoch Bedenken, ob der Fußball nicht doch eine vorübergehende Erscheinung sei. Also musste man weiterhin mit dem Sportplatz „Kodle“ vorlieb nehmen, obwohl die Gastmannschaften im Fußball den Platz wegen unzureichender Breite und starken Gefälles kritisierten.
So dauerte es noch 12 Jahre bis der Eichelberg in „Angriff“ genommen werden konnte. Mit dem Vertrag vom 29. Dezember 1948 überliße. die Gemeinde Darmsheim dem Turnverein die Parzelle 1475 b mit einer Fläche von 88 a zur Errichtung eines Sport- und Spielplatzes. Keiner hat wohl damals voraus gesehen, was da auf den Verein alles zukommen wird. Man war einfach nur froh, dass es nun los gehen konnte.
Wie zuvor im Kodle, musste erst genügend Raum zur Anlage der Sportfläche geschaffen werden. Das hieß Rodung des Waldes und Einebnung. Zuvor musste jedoch noch ein schwerer Kampf mit der Forstbehörde ausgetragen werden. Am Ostersonntag 1949 konnte das erste Fußballspiel gegen den Schwarzwaldverein Oberreichenbach ausgetragen werden, und am 16. Juli 1950 feierte man die offizielle Einweihung der neuen Sportanlage.
Foto: Darmsheim vom Eichelberg aus
Zu einem neuzeitlichen Sportplatz gehört nun einmal auch ein Klubhaus, wie man es auf fremden Plätzen schon hin und wieder antreffen konnte. Auch dieser Wunsch konnte nur unter großen persönlichen Opfern in Form von Eigenleistungen, Abhaltung von Veranstaltungen verschiedenster Art und einem Eigenkapital von DM 2000.- in Erfüllung gehen. Zur Einweihung lud man die Darmsheimer Bürger im Sommer 1952.
Man hatte nun einen Rasenplatz und ein Klubhaus. Aber das war alles sehr einfach ausgeführt. Die Beleuchtung lieferten Gaslampen, den notwendigen Strom erzeugte erst später ein Aggregat, Wasser wurde mit einer Tonne herbeigeschafft und den Eichelberg hinauffahren konnte man nur einen holprigen Waldweg. Letzteres Problem löste sich durch einen glücklichen Umstand. Das Gewann Eichelberg wurde in die Flurbereinigung Döffingen einbezogen. Darmsheim forderte den Bau zweier Wege im Vorwegverfahren. So erhielt der Eichelberg 1956 einen ordentlichen, geteerten Zufahrtsweg ganz ohne eigenes Zutun. 1974 erfolgte der Ausbau zur Zufahrtsstraße mit Parkplätzen entsprechend des heutigen Zustands durch die Stadt Sindelfingen.
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- Betonieren der Platzeingrenzung
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- Betonieren der Platzeingrenzung
Erst 1961 kam der so dringend benötigte Wasseranschluss. Das erwies sich als gar nicht so einfach. Vom Ende der Brandstraße (frühere Talstraße) führte die 700 m lange Leitung durchs Tal, unter der Schwippe und der Landstraße durch und den steilen Hang hoch bis zum Klubhaus. Die Polyäthylenrohre stellte die Gemeinde, graben und verlegen war die Aufgabe des TVD.
Manche Wasserblasen an den Händen und starke Schmerzen im Rücken erinnerten noch Tage danach an den Einsatz. So war es nicht verwunderlich, dass der Vereinsvorsitzende mit Nachdruck auf die Notwendigkeit hinweisen musste, noch vor dem Winter die Wasserleitung zuzudecken. Die Arbeit könnte von einigen Sportkameraden übernommen und sofort nach der Kartoffelernte begonnen werden.
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- Vereinsheim 1978
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- Vereinsheim 1978
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- Vereinsheim 1978
Die Wasserleitung ist heute blind. Im Herbst 1973 legte die Stadt einen Abzweig von der inzwischen bestehenden „Seeleitung“. Seitdem ist die Vollversorgung mit Wasser gewährleistet, jedoch nicht die Entsorgung. Die geschlossene Abwassergrube, die seit 1967 benützt werden musste, füllte sich oft schon nach wenigen Tagen und musste geleert werden. Die Gemeinde half dabei mit ihrem Kläranlage-Saugfass aus. Die endgültige Lösung ergab sich dann 1979/80 mit einem ordentlichen Kanalanschluss im Zusammenhang mit dem Festplatzbau im Löchle.

Einige Mitglieder haben sich beim Ausbau des Sportzentrums besonders verdient gemacht, allen voran unser unvergessener Wilhelm Widmaier.
Die Lösung des Problems der Stromversorgung wurde 1969 mit folgendem Antrag an die Gemeinde in Angriff genommen: „Nachdem nunmehr das Sportgelände Eichelberg seit 20 Jahren in Betrieb ist, erscheint uns die Zeit gekommen, endlich auch den Elektroanschluss zu legen.“ Die Legitimation für dieses Begehren ergab sich daraus, dass das bis jetzt verwendete Stromaggregat immer öfter den Geist aufgab, was sich besonders beim 60jährigen Jubiläumsfest unangenehm bemerkbar machte. Auch die zu Trainingszwecken geschaffene
Flutlichtanlage – vier Beleuchtungskörper, angebracht an den den Platz umgebenden Bäumen – genügten nicht mehr den Ansprüchen.
Deshalb kam man nicht umhin, dem Antrag stattzugeben. Im Zuge des Neubaus der Kläranlage erfolgte der Anschluss ans Stromnetz. Den Aufwand hierfür verteilte man in bewährter Weise: die Gemeinde stellte die Materialien zur Verfügung, die Mitglieder des Turnvereins übernahmen die Grabarbeiten. Immerhin war wieder ein Kabelgraben von 500 Meter Länge zu pickeln und zu schaufeln.
Damit war natürlich die Entwicklung des Sportzentrums noch nicht abgeschlossen. Diese grundlegenden Erschließungarbeiten schufen aber die Voraussetzungen für die zukünftigen Ergänzungen der Sportflächen und Gebäude und damit die Grundlagen für das weitere rasante Wachsen des Vereins.

Luftaufnahme 2007
1993
Ende Juni spielt die 1. Herrenmannschaft der Volleyballabteilung gegen die Nationalmannschaft aus Sri Lanka und verliert nach großem Kampf 1:3.
Die Schwimmabteilung erhält im Zuge der städtischen Sparmaßnahmen die Schlüsselgewalt über das Rappenbaumbad.
1994
Zum ersten Mal werden auf der Generalversammlung am 14. März keine Abteilungsberichte mehr verlesen, sondern in schriftlicher Form vorgelegt.
Im Dezember werden Else Kuhm und Sieglinde Werner vom Oberbürgermeister Dr. Rücker mit der Landesehrennadel von Baden-Württemberg ausgezeichnet.
Zum 31. Dezember wird das Arbeitsverhältnis zwischen Sportgeländewart Josef Schuhmann und der Stadt aufgelöst. Der Verein erhält die Selbstverantwortung für die Pflege und Unterhaltung der Sportanlagen und einen Kostenzuschuss.

1995

Vom 14. –17. Juli feiert die Fußballabteilung ihr 60jähriges Jubiläum. Hierzu arrangiert sie ein riesiges Fest, das von der Sportwoche über Unterhaltungsabende und Jahrgangstreffen im großen Festzelt bis hin zum Kinderspielnachmittag alles bietet, was man sich für solch ein Fest vorstellen kann.
Die Abteilung Tennis begeht im Rahmen eines Sommerfestes am 22. Juli ihr 20jähriges Jubiläum.
1996
Auf der Generalversammlung am 26. Januar wird die Auflösung der Abteilung Volkswandern beschlossen, da sich auf Seiten des TV kein neuer Abteilungsleiter zur Wahl stellt und die alte Abteilungsführung die Selbständigkeit anstrebt.
Der Jugendausschuss feiert am 11. Mai das 10jährige Bestehen im Löchle.
Wird fortgesetzt…




















